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Unbefristeter Streik im Babylon Berlin

Unbefristeter Streik im Babylon Berlin

Kein verhandlungsfähiges Angebot

In einem unbefristeten Streik befinden sich seit Donnerstag, dem 23. Juli ab 16 Uhr auch die Beschäftigten der Kino Babylon Berlin GmbH am Rosa-Luxemburg-Platz. Weder die im Doppelhaushalt beschlossene Zuwendung des Berliner Senats von jährlich 361.500 Euro ab 2016, noch bereits erfolgte Warnstreiks der Beschäftigten haben den Arbeitgeber zu einem verhandlungsfähigen Angebot motiviert. ver.di hat auch den Kulturstaatssekretär Tim Renner in einem Schreiben aufgefordert, die finanzielle Zuwendung des Senats an die Umsetzung des für kommunale Kinos maßgebenden Tarifvertrages zu binden – bisher steht eine Antwort aus. „Es kann nicht sein, dass Steuergelder in ein Privatkino fließen, das Dumpinglöhne zahlt“, so Andreas Köhn von ver.di

Seit fünf Jahren haben die Filmvorführer des Kinos, die nur 9,03 Euro in der Stunde verdienen, keine Entgelterhöhung gesehen. Lediglich der Stundenlohn für Platzanweiser u.a. wurde zum 1.Januar 2014 auf den geltenden Mindestlohn von 8,50 gehievt. Gleichzeitig sind die Eintrittspreise und die Preise für Einmietung in diesem Zeitraum um teilweise 20 Prozent gestiegen. Auch die Anzahl der Besucher hat sich in den letzten Jahren deutlich erhöht.

Zum 31.Dezember 2014 hatte ver.di den bestehenden Tarifvertrag gekündigt und die Geschäftsführung zu Tarifverhandlungen aufgefordert.  Doch auch in zwei Verhandlungsrunden hat der Arbeitgeber bislang kein substantielles Angebot vorgelegt, sie blieben ergebnislos. Stattdessen vertröstete man die Beschäftigten mit der nebulösen Aussicht auf eine mögliche Entgelterhöhung zum 1.Januar 2016. Angeblich sei der Spielraum der eigenen Mittel ausgeschöpft.