Nachrichten

UCI Tarifrunde 2021: Wenig Bewegung in Dritter Verhandlungsrunde

UCI Tarifrunde 2021

UCI Tarifrunde 2021: Wenig Bewegung in Dritter Verhandlungsrunde

Bei der ersten Verhandlungsrunde in Präsenz in Bochum hat die Verhandlungskommission unsere Haltung nochmal intensiv deutlich gemacht: wir akzeptieren die zu massiven Verschlechterungen führende Radikalkur nicht, die UCI in den Mantel- und Entgeltbestimmungen vorsieht!

Arbeitsverdichtung und noch „flexiblere“ Schichteinteilungen

Ein wesentlicher Knackpunkt stellt die Einführung Neubezeichnungen Cinema Host (vorher: Servicemitarbeiter*in) und Guest Experience Manager (vorher: Assistenz der Theaterleitung) dar. Mit der Namensänderung der Berufsgruppen sollten auch arbeitsverdichtende und –flexibilisierende Maßnahmen eingeführt werden, z.B. Springertätigkeiten beim Guest Experience Manager und Schichteinteilungen in unterschiedlichen Servicetätigkeiten in 2h-Blöcken beim Cinema Host. Das würde bedeuten, dass eine reguläre 4h-Schicht im Service sowohl auf Einlass als auch auf Concessions aufgeteilt werden könnte. Im Klartext heißt das: UCI will mehr Arbeit auf weniger Köpfe verteilen, Stress und Druck würden für alle massiv erhöht!

Die Verhandlungskommission hat an dieser Stelle dafür gekämpft, die bisherigen sinnvollen Unterteilungen der Servicemitarbeiter*innen (Kasse, Einlass, Concessions) in klare Schichten beizubehalten. Ebenfalls wurde den Arbeitgebern noch einmal deutlich mitgegeben, dass die Arbeitsbedingungen für die Assistenz der Theaterleitung (Guest Experience Manager) beibehalten werden müssen. Hier zeigte sich die Arbeitgeberseite willens, unsere Forderungen bis zur nächsten Runde ernsthaft mitzunehmen.

Große Enttäuschung beim Lohnangebot

Trotz guter bis sehr guter Auslastung der Kinos seit der Wiedereröffnung und der großen Anzahl an Blockbustern, die schon angelaufen sind oder noch auf die Leinwand kommen, verhielt sich UCI gegenüber den berechtigten Forderungen nach einer angemessenen Lohnerhöhung mehr als enttäuschend. Die Verhandlungsführerin bezeichnete unsere Forderungen sogar als „Beleidigung gegenüber dem Unternehmen“ – und das, obwohl das erste Angebot der Arbeitgeber eine Nullrunde in 2021 vorsah und in 2022 nur 1 Cent über dem gesetzlichen Mindestlohn lag! Das kann man nur als mangelnde Wertschätzung Eurer Arbeitsleistung bewerten!

Nach zähen Diskussionen liegt das aktuelle Angebot der Arbeitgeberseite bei einer Tariferhöhung von 4,5% im Volumen bis Ende 2023 – ein „Angebot“, das noch nicht einmal dem Inflationsausgleich entspricht und für Euch deswegen sogar ein faktisches Minus bedeuten würde! Die Forderung nach einer zusätzlichen Einmalzahlung für 2021 wurde nur zähneknirschend entgegengenommen und soll arbeitgeberseitig geprüft werden. Die Verhandlungskommission hat deutlich gemacht, dass wir bei den Fragen einer Entgelterhöhung noch weit auseinanderliegen.

Da UCI in ihrem Angebot vorsieht, die Jubiläumsgratifikationen für langjährige und loyale Beschäftigte zu streichen, die erst bei der letzten Tarifrunde hart erkämpft worden waren, fordert die Verhandlungskommission die Einführung von weiteren Betriebszugehörigkeitsstufen: bei einer Zugehörigkeit von 8,12, 16 und 20 Jahren sollen die Löhne deutlich steigen! Hier zeigte sich UCI bereit, unseren Vorschlag zu überdenken.

Wie geht es weiter?

Die ver.di-Tarifkommission wird das vorliegende Angebot und noch offene Punkte diskutieren, bewerten und die weiteren Schritte beschließen. Eine nächste Verhandlungsrunde in Präsenz kann – unter Vorbehalt der Entscheidung der Tarifkommission – in den nächsten Wochen stattfinden.

Die Mitglieder der ver.di-Verhandlungskommission machten deutlich, dass die Arbeitgeberseite endlich ein verhandelbares Angebot vorlegen muss. Sollte dies geschehen, wird die ver.di-Tarifkommission eine Bewertung vornehmen und neue Verhandlungstermine vereinbaren.

Nach dem Wirksamwerden der Kündigung zum 1.Februar 2021 behalten die Tarifregelungen in der jetzigen Form ihre Gültigkeit – sie wirken nach bis eine neue Regelung geschaffen wird - allerdings nur für Beschäftigte die auch vor dem 1.2. 2021 Gewerkschaftsmitglied sind.

Eine hohe Anzahl an Mitgliedern stärkt unsere Verhandlungsposition in der Tarifauseinandersetzung mit UCI um den Fortbestand der Mantelbestimmungen und bessere Einkommen.