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Arbeitgeber lehnt Tarifverhandlungen ab

Yorck-Kinos

Arbeitgeber lehnt Tarifverhandlungen ab

23. Dezember 2018

Wir haben den Arbeitgeber vor ca. 3 Wochen zu Tarifverhandlungen aufgefordert. Die Geschäftsführung hat in einem ersten Schreiben die Tarifverhandlungen abgelehnt. Auf eine zweite Bitte von uns hat sie dann gar nicht mehr reagiert, sondern uns schlicht ignoriert. 

Wir haben uns in den letzten Monaten in den Yorck-Kinos sehr stark und erfolgreich organisiert und sind von 28 auf 80 von 120 in ver.di organisierte Kinobeschäftigte gewachsen. Dein Eintritt in ver.di ist nun unsere Stärke für die kommenden 3-4 Monate.

Wir haben in Aushängen immer offen darüber gesprochen, wo wir geradestehen und was wir fordern. Der mitlesende Arbeitgeber hat dann zuerst Anfang Oktober 2018 reagiert und einseitig Gehaltserhöhungen von jeweils 0,30 € zum 1.9.2018 und 1.10.2019 angekündigt. Wir hatten das erwartet, weil er das auch 2014 getan hat um der Tarifbewegung mit diesem Schritt den Schwung zu nehmen und ins Leere laufen zu lassen. Damals, Anfang 2015, waren wir aber nur 42 Gewerkschaftsmitglieder in 9 Kinos. Nun legt der Arbeitgeber nach und erhöht die Gehälter zum 1.1.2019 um weitere 0,30 €/Std, der 100% Feiertagszuschlag gilt Silvester den ganzen Tag und die Schwelle für die nächste Lohnstufe wird abgesenkt.

Wir begrüßen diese Gehaltserhöhungen und Verbesserungen und bewerten das so, dass sich der Arbeitgeber mit den ver.di-Forderungen beschäftigt hat und zum Teil anerkennt. Das finden wir gut und richtig.

Nun ist es Zeit Tarifverhandlungen aufzunehmen und diese und weitere Regelungen in einem Tarifvertrag rechtssicher zu vereinbaren. Unsere zentralen Forderungen sind:

1. Wiederinkraftsetzung des Yorck Kino Manteltarifvertrages und des „Yorck-Kino Entgelttarifvertrages 2005 – 2007“ vom 2. März 2006 auf Basis der 38 Stundenwoche mit Änderungen: 

2. Urlaubsdauer von 27 bis 30 Tagen, abhängig von der Betriebszugehörigkeit.

3. Einführung einer neuen Gehaltstabelle 2019-2021mit folgenden Kernpunkten:

  • Lohnerhöhung um 80 Cent bis 1 Euro in Stufen zum 1.1.2019 und jeweils 0,50€ zum 1.1.2020, sowie 1.1.2021 mit einer Laufzeit bis Ende 2021.
  • Zusätzliche Betriebszugehörigkeitsstufen mit 20 bis 40 Cent höheren Lohnstufen für ältere Arbeitnehmer*innen ab 10 und 20 Jahre Betriebszugehörigkeit
  • Mehrtheaterzulagen Center 3-5 und Center 6+ von 0,50 bzw. 0,80 €

4. Zulagen für Sonderveranstaltungen von 1,50 bis 2,50 Euro/Std.

Anstatt mit ver.di zu verhandeln, hat sich der Arbeitgeber zwischendurch an den Betriebsrat gewendet und diesen gebeten, mit ihm Verhandlungen über Zuschläge aufzunehmen. Der Betriebsrat hat das aber abgelehnt. Dieser darf nach dem Gesetz keine Tarifverhandlungen führen, insbesondere nicht über die Themen, die üblicherweise in einem Tarifvertrag geregelt werden.

Ein Tarifvertrag bedeutet Anerkennung, Respekt und ist verbindlich!

Der Arbeitgeber spricht von uns als „Drittpartei“. Das ist klingt komisch und ist es irgendwie auch. Unsere Tarifbewegung kommt aus der Mitte der Yorck-Belegschaft. Tarifverhandlungen werden nicht von außen geführt, sondern über das „Ob und Wie“ haben die 80 Gewerkschaftsmitglieder in den Yorck-Kinos entschieden. Die Tarifkommission besteht zu 100% aus Yorck-Beschäftigten. Die ver.di Verhandlungskommission wird zu 90% aus Beschäftigten bestehen, plus einem Gewerkschaftssekretär, der die rechtliche und professionelle Verhandlungsführung verantwortet. Unsere Tarifbewegung kommt also aus der Mitte der Yorck-Belegschaft. Wir wollen auf Augenhöhe mit der Geschäftsführung verhandeln. Das hat auch viel mit Respekt und Anerkennung zu tun.

Die angekündigten Gehaltserhöhungen können von dem Arbeitgeber in der Zukunft wieder zurückgenommen werden, rechtlich ist das möglich. Verbindlich sind all die Dinge nur, wenn sie in einem Tarifvertrag geregelt werden. So einen Aushang kann der Arbeitgeber bei der nächsten Fußball-EM oder heißen Sommer versuchen, wieder zurückzunehmen und in Frage zu stellen. Dagegen als Einzelner „anzurudern“ wird dann schwer, das kann sich ja jede/r vorstellen.

Einen wirklich rechtssicheren Anspruch hat man nur per unterschriebenen Tarifvertrag. Ein Tarifvertrag schreibt fest, ob und wieviel Tage ich bezahlt frei bekomme, um auf eine Beerdigung in meinem Familienkreis zu gehen. Er schreibt fest, dass ich für ein Praktikum nicht kündigen muss, er schreibt fest, dass ich bezahlt frei bekomme wenn ich umziehe. Ich muss bei all diesen Dingen dann nicht mit dem Arbeitgeber verhandeln oder „betteln“, sondern nehme dann einfach die freien Tage.

Jahreswechsel Zeit zum Nachdenken!

Der Arbeitgeber bewegt sich, 80 Kinobeschäftigte von 120 sind in ver.di. Das ist auch ein starkes Signal an den Arbeitgeber. Wir haben den Arbeitgeber gebeten über den Jahreswechsel in sich zu gehen und bis zum 4. Januar 2019 die Aufnahme von Tarifverhandlungen zu erklären.